Rezensionen

Spielerische Daseinsbewältigung

Das Bild spricht Bände. Es zeigt den berühmten Komponisten Dmitri Schostakowitsch bei einem Fußballspiel seiner Lieblingsmannschaft Zenit Leningrad. Gelöste Gesichtzüge, Schildmütze auf dem Kopf, fröhliche Fußballfans um ihn herum. Eine Momentaufnahme gewiss. Eine Momentaufnahme zumal, die so gar nicht ins Bild passen will, das sich Musikfreunde in aller Welt gemeinhin von dem russischen Jahrhundertkomponisten machen. Gleichwohl ist seine Fußballbegeisterung mehr als eine „biografische Randerscheinung“. Sie findet nicht nur künstlerischen Niederschlag in einigen seiner Werke, sondern half ihn auch bei der Daseinsbewältigung: „Ohne Fußball hätte er sein Leben zwischen intellektueller Überlastung und den ständigen politischen Zwängen nicht ausgehalten“, schrieb seine Biografin Sofia Chentowa. Robert Goepel, Psychotherapeut, Objektkünstler und selbst begeisterter Fußballspieler, hat sich mit Schostakowitschs Fußballleidenschaft künstlerisch auseinandergesetzt. Eine Ausstellung seiner Werke stieß im Rahmen des XVII. Musikwissenschaftlichen Symposiums der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft am 25. und 26. September 2015 in Berlin auf großes Interesse. Mehr 

Der Bonner Künstler Robert Goepel mit einigen seiner Werke. Foto: Karlheinz Schiedel


Orango

Die Ersteinspielung des 2004 wiederentdeckten Opernfragmentes „Orango“ von Dmitri Schostakowitsch durch die Los Angeles Philharmonic unter Esa-Pekka Salonen kann ohne Übertreibung als Sensation bezeichnet werden. Zusammen mit einer mustergültigen Interpretation der schicksalschweren 4. Sinfonie führt die Aufnahme in die erste Hälfte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. In eine Zeit, deren zivilisatorischen Brüche und aufziehenden humanitären Katastrophen ihren existenziellen Widerhall in den Werken des großen russischen Komponisten finden. Der Freiburger Journalist Karlheinz Schiedel versucht eine kulturhistorische Einordnung. 


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