Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e.V.

Dmitri Schostakowitsch, 12. September 1906   9. August 1975


Willkommen auf unserer Webseite!

Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.

Hier finden Sie Informationen über den Komponisten und seine Musik, sowie über die Gesellschaft und ihre Aktivitäten, und Sie können auch Ihre Fragen stellen und Meinungen äußern. Bei uns finden Sie Musikspezialisten und viele Freunde, die die Zuneigung zu Schostakowitsch und seiner Musikwelt zusammengeführt hat. 

  • Wenn Sie auch Schostakowitsch und seine Musik lieben, werden Sie Mitglied! Wir freuen uns auf Sie! Sprechen Sie uns an: Info@Schostakowitsch.de. Weitere Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie hier


News 

 

19. Musikwissenschaftliches Symposium: Eine rundum gelungene Veranstaltung 

Kaum ein Komponist des 20. Jahrhunderts steht derart beständig im Zentrum des Interesses einer kunstaffinen Öffentlichkeit wie Dmitri Schostakowitsch. Dies zeigte sich einmal mehr beim mittlerweile 19. Musikwissenschaftlichen Symposium der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft, das Mitte September 2019 in den Räumen der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin stattfand und das sich dem Thema „Schostakowitsch-Rezeption im 21. Jahrhundert“ widmete. Insgesamt 18 Referentinnen und Referenten – Musikwissenschaftler und Schostakowitsch-Experten – aus dem In- und Ausland beleuchteten die Thematik nicht nur aus den verschiedensten Blickwinkeln, sondern hatten mit der Qualität ihrer Beiträge auch wesentlichen Anteil am Ertrag einer Veranstaltung, die der langjährige Symposiumsleiter Gottfried Eberle abschließend als „absoluten Höhepunkt in der Reihe der bisherigen Symposien“ bezeichnete. Ein Kompliment, das nicht nur den Vortragenden und seinem Nachfolger als Cheforganisator der Symposien Prof. Dr. Ronald Freytag galt, sondern dem gesamten, im vergangenen Jahr neugebildeten Vorstand der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft, der die erste Nagelprobe seiner Arbeit erfolgreich bestanden hat. 


Schostakowitsch Gesellschaft ehrt Krzysztof Meyer und Annette Salmon

Annette Salmon und Krzysztof Meyer. Fotos: Schiedel/Baars

In Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die Pflege und Verbreitung des Werkes von Dmitri Schostakowitsch hat die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e. V. ihren langjährigen Präsidenten Krzysztof Meyer im September 2019 zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannt. Krzysztof Meyer zählt zu den bedeutendsten polnischen Komponisten der Gegenwart, sein umfangreiches Oeuvre umfasst unter anderem neun Sinfonien und 15 Streichquartette. Er war eng mit Dmitri Schostakowitsch befreundet, seine 1985 verfasste Biografie des großen russischen Komponisten ist bis heute ein  Standardwerk der Schostakowitsch-Literatur. Von 2010 bis 2018 bekleidete Krzysztof Meyer das Amt des Präsidenten der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft. Sein Nachfolger Bernd Feuchtner überreichte ihm im Rahmen der Mitgliederversammlung am 14. September 2019 in Berlin die Ernennungsurkunde.

In der gleichen Versammlung wurde Annette Salmon zum neuen Ehrenmitglied der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft ernannt. Annette Salmon war von 2008 bis 2018 Vizepräsidentin, Geschäftsführerin und gemeinsam mit Krzysztof Meyer das Gesicht unserer Gesellschaft. Sie initiierte unter anderem unsere Webseite und unseren Facebook-Auftritt, kümmerte sich um die Weiterführung unserer Buchreihe Schostakowitsch-Studien und gemeinsam mit Gottfried Eberle um die Organisation unserer Musikwissenschaftlichen Symposien, pflegte den Kontakt zur L’Association Internationale „Dimitri Chostakovitch“ in Paris und vieles andere mehr. Die Ernennungsurkunde wird Frau Salmon zu einem späteren Zeitpunkt überreicht.   


Torso eines Lebens – zum 100 Geburtstag von Gideon Klein 

Der Geburtstag des Komponisten und Pianisten Gideon Klein jährt sich im Dezember 2019 zum 100. Mal. Gideon Klein wurde am 6. Dezember 1919 geboren, studierte in Prag und wurde im Dezember 1941 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort gehörte er als Pianist und Komponist zu den zentralen Persönlichkeiten der „Freizeitgestaltung“. Im Oktober 1944 wurde er wie die anderen Musiker nach Auschwitz verbracht, überstand jedoch die Selektion und kam ins Konzentrationslager Fürstengrube. Er starb im Januar 1945 unter ungeklärten Umständen. Das Staatliche Institut für Musikforschung lädt gemeinsam mit dem Verein musica reanimata e.V., der sich um die Wiederentdeckung NS-verfolgter Komponisten und ihrer Werke bemüht, am 13. und 14. Dezember 2019 zu einem Symposium und zwei Konzerten ein, um das schmale, aber gehaltvolle kompositorische Oeuvre Kleins, das zur Hälfte vor der Deportation in Prag, zur Hälfte in Theresienstadt entstand, wieder einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Gideon Klein. Foto: Opferdatenbank Holocaust/cz

Beim Symposium am Freitag, 13. Dezember 2019 von 14 bis 18 Uhr und Samstag, 14. Dezember, von 10 bis 18 Uhr stehen Referate und Panels mit David Fligg, Wolfgang Rathert, Paul Schendzielorz, Lubomir Spurny, Jascha Nemtsov, Michael Beckerman, Beatrix Borchard, Wolfgang Rüdiger, Gottfried Eberle, Albrecht Dümling und Winfried Radeke auf dem Programm. Unter der Überschrift „Gideon Klein. Porträt eines Komponisten“ wurden von David Fligger Originaltexte und Musik für drei Sprecher und Streichquartett zusammengestellt. Die Musik stammt von Klein, Mozart, Janáček und Hindemith. Es spielt das Martinů Quartett. Das Konzert beginnt um 20 Uhr. Am Samstag, 14. Dezember 2019, um 20 Uhr erklingt ein Konzert mit Kammermusik, Vokalwerken und der Klaviersonate von Gideon Klein. Es musizieren unter anderem Jascha Nemtsov, Klavier, und das Martinů Quartett.

  Die Veranstaltungen finden im Curt-Sachs-Saal, Tiergartenstraße 1 in Berlin statt und werden unterstützt von der Ernst von Siemens Musikstiftung und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds. Der Eintritt zum Symposium ist frei, der Eintritt zu den Konzerten kostet jeweils 14 Euro, ermäßigt 8 Euro. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier:


Schostakowitsch und die beiden Avantgarden des 20. Jahrhunderts

Zweimal bekam Dmitri Schostakowitsch die Peitsche Stalins zu spüren, zweimal wurde ihm die Anwendung avantgardistischer Kompositionsmethoden und der Kontakt mit westlichen Komponisten verboten. „Formalismus“ und „Kosmopolitismus“ lautete 1936 und 1948 der Vorwurf gegen die sowjetischen Künstler. Wie Schostakowitsch darauf reagierte, mit Anpassung oder mit innerer Emigration, war lange umstritten. Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft hat in bisher 19 Symposien der Erforschung der Musik von Dmitri Schostakowitsch gewidmet.

 Im soeben erschienenen Band 12 sind die Forschungsergebnisse der beiden Symposien, die 2015 und 2017 in Berlin stattfanden, gesammelt und sich mit den vielfältigen Bezügen zwischen Schostakowitsch und den avantgardistischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts beschäftigen. Unter der Lupe geben die Kompositionen oft erstaunliche Geheimnisse preis.

 Vladimir Gurewitsch analysiert die atonalen und dodekaphonen Elemente in der Ersten Klaviersonate und deren Nähe zu Hindemith. Adelina Yefimenko findet Parallelen zwischen den ersten Sinfonien von Schostakowitsch und des Ukrainers Boris Ljatoschinski. Gottfried Eberle zeigt den biographischen roten Faden in den „Aphorismen“ samt deren Nähe zur Todesahnung des letzten Streichquartetts. Gerhard Müller erzählt von der Verbindung der Vierten Sinfonie mit der Ermordung von Maxim Gorki. 

Bernd Feuchtner verfolgt die Entwicklung der Tanztypen von der Ironie zum Sarkasmus. Olga Dombrowskaja berichtet von dem seltsamen Fall der Lieferung absichtlich „dekadenter Avantgardemusik“ für einen Film. Brigitte Kruse untersucht das Missverständnis der Darmstädter Schule gegenüber Schostakowitsch. Johannes Schild analysiert die Verwendung von Zwölftonmusik im Früh- und im Spätwerk: Schostakowitschs Zwölftonfelder sind etwas anderes als Weberns Zwölftonreihen. Elisabeth Wilson geht Schostakowitschs Beziehung zu den italienischen Avantgardisten Maderna und Nono nach. Manuel Gervink schlägt eine Brücke von Wolfgang Rihm zu Schostakowitsch. Und vieles andere.

Schostakowitsch und die beiden Avantgarden des 20. Jahrhunderts;  Schostakowitsch-Studien, Bd. 12; herausgegeben von der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft; 248 S., 32 Euro, ISBN:  978-3-95593-105-6. Erhältlich im Buchhandel oder beim Verlag


Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft intensiviert Mitgliederwerbung

 Im neuen Design präsentiert sich jetzt auch der Flyer der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft. Nach der Umgestaltung unserer Webseite, unseres Facebook-Auftritts sowie unseres Vereinssignets, wurden nun auch unsere Werbe- und Informationsmaterialien optisch aufgefrischt und inhaltlich überarbeitet. Mit Hilfe des neuen Flyers wollen wir verstärkt auf die Arbeit unserer Gesellschaft aufmerksam machen und unsere Bemühungen, neue Mitglieder und Sponsoren zu gewinnen, intensivieren.


Der Flyer enthält Informationen über Ziele und Geschichte unserer Gesellschaft, über den Vorstand und die Mitgliedschaft, über Leben und Werk von Dmitri Schostakowitsch, sowie eine Postkarte, mit der Sie die Aufnahme in unsere Gesellschaft beantragen können.

Unseren Flyer im pdf-Format zum Ausdrucken finden Sie hier  



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