Willkommen auf unserer Webseite!

Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.

Hier finden Sie Informationen über den Komponisten und seine Musik, sowie über die Gesellschaft und ihre Aktivitäten, und Sie können auch Ihre Fragen stellen und Meinungen äußern. Bei uns finden Sie Musikspezialisten und viele Freunde, die die Zuneigung zu Schostakowitsch und seiner Musikwelt zusammengeführt hat. 

  • Wenn Sie auch Schostakowitsch und seine Musik lieben, werden Sie Mitglied! Wir freuen uns auf Sie! Sprechen Sie uns an: Info@Schostakowitsch.de


 


News 

Schostakowitsch und die zweite Avantgarde

Dmitri Schostakowitsch in den 1960er Jahren

Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e.V. lädt zu ihrem XVIII. Musikwissenschaftlichen Symposium am 15. und 16. September 2017 in Berlin ein. Das Thema des Symposiums lautet diesmal „Schostakowitsch und die Zweite Avantgarde“. Nachdem das XVII. Symposium vor zwei Jahren Schostakowitschs Rolle innerhalb der musikalischen Avantgarde der 1920er Jahre beleuchtete, widmet sich das diesjährige Symposium dem durchaus nicht spannungsfreien, vielfach aber auch sehr ambivalenten Verhältnis zwischen dem in seiner letzten Schaffensperiode stehenden sowjetrussischen Jahrhundertkomponisten und den Vertretern der west- und osteuropäischen Avantgarde der 1960er und 1970er Jahre. Namhafte Referenten und Schostakowitsch-Experten werden in den Räumen der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in der Acker Straße 76 in Berlin dieser ebenso spannenden wie vielschichtigen Thematik nachgehen und auch Möglichkeiten für eine Neubewertung ausloten. Am Freitagabend findet zudem ein Kammerkonzert mit dem international bekannten Lutosławski Quartett statt. Weitere Informationen zur Anmeldung, zum Tagungsort, sowie das ausführliche Symposiumsprogramm finden Sie hier


Salzburg: Gefeierte Premiere der Lady Macbeth

„Die Premiere von Dmitri Schostakowitschs Oper Lady Macbeth von Mzensk in Salzburg ist in der Opernwelt ein großer Erfolg. In der politischen Welt ist die Oper ein feines Fanal für Widerständigkeit gegen Despoten“, schreibt Wolfram Weimer in seiner Rezession für das Debatten-Magazin „The European“. Und Gerald Heidegger schwärmt auf ORF.at von einer „Interpretation dieses hemmungslosen Musikstücks (…), die das Publikum atemlos zurückließ“. 

Das Medienecho auf die Neuinszenierung von Dmitri Schostakowitschs Schicksalsoper, die am 2. August im Großen Festspielhaus Premiere hatte, ist  gewaltig. Fast einhellig gelobt werden von den Kritikern die Leistungen der Wiener Philharmoniker unter dem großartigen Mariss Jansons und der Katharina-Darstellerin Nina Stemme. Nicht ganz so einheitlich fällt das Urteil über die Regiearbeit von Andreas Kriegenburg aus, der das erste Mal in Salzburg inszenierte.


Hier eine kleine Rezensions-Auswahl:

Lady Macbeth: Russian Psycho in Salzburg,  Gerald Heidegger, ORF.at  

Stalin ärgert das noch in der Hölle, Wolfgang Weimer, The European 

Mehr Chaos, bitte!, Christian Wildhagen, Neue Zürcher Zeitung 

Fauchen und Stöhnen, Georg Rudiger, Badische Zeitung 

Wohl temperierter Peitschschwung, Regine Müller, Kölner Stadt-Anzeiger 

Armutszeugnis im Plattenbau, Markus Thiel, Münchener Merkur 

Lady Macbeth von Mzensk, Peter Jungblut, Bayrischer Rundfunk 

Spektakuläres Opernkino, Karl Harb, Salzburger Nachrichten 

Großartig: „Lady Macbeth von Mzensk“, Otto Paul Burkhardt, Südwest Presse 

Postsowjetische Gewaltorgie, Christoph Schmitz, Deutschlandfunk 

Ausgestoßen vom Zucken der Lust, Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung 

Die Wucht der Verunsicherung, Hans-Klaus Jungheinrich, Frankfurter Rundschau

Exzess in der Trabantenstadt, Udo Badelt, Der Tagesspiegel


 Trailer der Festspiele Salzburg mit Szenenausschnitten aus der Lady-Macbeth-Inszenierung und einem Interview mit dem Regisseur Andreas Kriegenburg.  


Ritual der Selbsterkundung

Dmitri Schostakowitschs 1950/51 komponierte 24 Präludien und Fugen, op. 87 sind ein überaus vielschichtiges Werk. Ebenso Verneigung vor dem musikalischen Genie Johann Sebastian Bachs, als auch Dokument der künstlerischen Selbstbestimmung, Selbsterkundung und Selbstvergewisserung. Und nicht zuletzt ein klingendes Zeugnis der mutigen Selbstbehauptung eines einmal mehr als Volksfeind verfemten und gemaßregelten Komponisten gegen die Anwürfe stalinistischer Kulturbürokraten, die derlei filigrane Tonsetzerkunst mit dem ideologisch verbrämten Formalismus-Fluch belegten.

Igor Levit. Foto ©: Robbie Lawrence

Alexander Melnikov führte den außergewöhnlichen Klavier-Zyklus, der mit seiner rund dreistündigen Aufführungsdauer Solisten und Publikum vor besondere Herausforderungen stellt, im Juni bei den achten Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch auf. Nun stellte Igor Levit das Werk bei den Salzburger Festspielen vor. Das Konzert im Rahmen der Programmschiene „Zeit für Schostakowitsch“ war ein musikalisches Großereignis, wie Marco Frei in seiner Rezension in der Neuen Zürcher Zeitung bilanziert. 


100 Jahre Oktoberrevolution: Aufbruch in die kulturelle Sackgasse?

Vor einhundert Jahren endete mit der Oktoberevolution das alte Russland. Die Auswirkungen der revolutionären Umbrüche waren gewaltig und schon bald auch im Bereich der Kultur spürbar. Was jedoch eine revolutionäre, sozialistische Kunst sein soll, war zunächst eine offene Frage. Eine ausgearbeitete linke Theorie hierzu gab es nicht. Unter dem weltoffenen, von 1917 bis 1929 amtierenden Volkskommissar für das Bildungswesen Anatoli Lunatscharski standen der sowjetrussischen Avantgarde noch gewisse Freiräume offen, die sich aber ab dem Ende der zwanziger Jahre mehr und mehr schlossen. Derek Weber widmet dieser ebenso spannenden wie fruchtbaren Periode der russischen Kulturgeschichte ein Essay in den Salzburger Nachrichten und beleuchtet darin insbesondere die Rolle, die der junge Komponist Dmitri Schostakowitsch einnahm.  


Von beklemmender Aktualität

Endlich, ein Jahr nach dem englischen Original, ist Julian Barnes großartiger Schostakowitsch-Roman „Der Lärm der Zeit“ auf Deutsch erschienen. Der britische Erfolgsautor, der im vergangenen Jahr für sein Lebenswerk mit dem begehrten Siegfried-Lenz-Preis ausgezeichnet wurde, setzt sich in seinem neuen Werk ebenso kenntnisreich wie einfühlsam mit dem Leben des großen russischen Komponisten auseinander. 

Die Fragen, die er dabei aufwirft, sind - wie immer, wenn es um Schostakowitsch geht -  existenziell: Wie steht es um moralische Integrität, um persönlichen Mut und menschliche Aufrichtigkeit, um künstlerische Wahrhaftigkeit in einer von staatlicher Repression und um sich greifender Niedertracht vergifteten Wirklichkeit? Tiefdunkle, längst überwundene, gleichsam abgehakte Vergangenheit? Mitnichten! In einer Zeit, in der einmal mehr viele Künstler, Intellektuelle, Journalisten, Andersdenkende von egomanischen Autokraten und nach Macht gierenden Populisten mit beängstigender Aggressivität als „Feinde des Volkes“ denunziert werden, ist Barnes biografischer Künstlerroman von geradezu beklemmender Aktualität. 

Eine ausführliche Besprechung des bemerkenswerten Buches finden Sie hier:

Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hat eine Leseprobe ins Netz gestellt:


Das deutschsprachige Feuilleton hat sich bereits ausführlich mit der Neuerscheinung beschäftigt. Eine kleine Auswahl der wichtigsten Beiträge:

Rezension von Martin Halter in der Badischen Zeitung

Rezension von Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung

Rezension von Werner Theurich auf Spiegel Online

Rezension von Marco Frei in der Neuen Zürcher Zeitung

Rezension von Michael Maar auf Zeit online

Interview mit Julian Barnes auf Welt.de

Rezension von Beat Mazenauer auf Literaturkritik.de

Rezension von Wolfgang Schneider in Der Tagesspiegel

Rezension von Martin Oehlen in der Frankfurter Rundschau


Richard Wherlock inszeniert „Tod in Venedig“

Als Glücksfall bezeichnete die Neue Zürcher Zeitung Richard Wherlocks Ballett „Snow White“ mit Musik von Dmitri Schostakowitsch, das in der Saison 2013/14 im Theater Basel  für Furore sorgte. Dass der britische Tänzer und Choreograf, der die Basler Companie seit 2001 leitet, eine besondere Affinität zur Musik des großen Russen hat, zeigt sich auch an einer neuen Choreografie, die er mit seinem Ensemble für die neue Saison vorbereitet: Für „Tod in Venedig“ nach der Künstlernovelle von Thomas Mann hat Wherlock erneut Musik von Schostakowitsch ausgewählt. Dessen Musik reflektiere farbenreich die Vielfalt der Emotionen, die der Protagonist während seiner Reise nach Venedig erlebt, heißt es in der Ankündigung des Theaters Basel.  Das vielfältige kompositorische Werk Schostakowitschs spiegle außerdem auf ganz besondere Weise das 20. Jahrhundert wider und lasse Zeitgeist und Atmosphäre greifbar und fühlbar werden. Dmitri Schostakowitschs Musik gleiche in ihrer breit gefächerten Erscheinung einer Lebenserzählung, einem Lebensdrama aus einer inneren Welt und sei zugleich tänzerisch figurativ und bildhaft plastisch. Premiere ist 13. April 2018. Man darf gespannt sein.

Um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen hier ein Trailer der Basler Snow-White-Inszenierung aus der Spielzeit 2013/14. Quelle: Schweizer Kulturfernsehen arttv.ch:




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Termine 


15./16. September 2017

XVIII. Musikwissenschaftliches Symposium 

Tagungsort: Berlin

Thema: Schostakowitsch und die zweite Avantgarde


17. September 2017

Mitgliederversammlung 

Versammlungsort: Berlin


21. bis 24. Juni 2018

IX. Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch


Aufführungen von Werken Dmitri Schostakowitschs

Eine ausführliche und ständig aktualisierte Terminliste von Aufführungen der Werke Dmitri Schostakowitschs finden Sie beim Musikverlag Sikorski   




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