Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e.V.

Dmitri Schostakowitsch, 12. September 1906   9. August 1975


Willkommen auf unserer Webseite!

Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.

Hier finden Sie Informationen über den Komponisten und seine Musik, sowie über die Gesellschaft und ihre Aktivitäten, und Sie können auch Ihre Fragen stellen und Meinungen äußern. Bei uns finden Sie Musikspezialisten und viele Freunde, die die Zuneigung zu Schostakowitsch und seiner Musikwelt zusammengeführt hat. 

  • Wenn Sie auch Schostakowitsch und seine Musik lieben, werden Sie Mitglied! Wir freuen uns auf Sie! Sprechen Sie uns an: Info@Schostakowitsch.de. Weitere Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie hier


News 



BJO studiert Schostakowitschs Neunte ein

Eigentlich hatte das Bundesjugendorchester (BJO) für seine nächste Arbeitsphase ja Schostakowitschs Elfte Sinfonie auf dem Programm, aber dann kam Covid. Nun wurde die kleiner besetzte Neunte gewählt. Nach der Arbeitsphase im Januar soll eine kleine Tournee folgen – hoffentlich lässt die Pandemie-Lage dies zu. Zur Vorbereitung der jungen Musikerinnen und Musiker im Alten zwischen 14 und 19 Jahren lud das BJO Bernd Feuchtner, den Präsidenten der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft,  zu einem Vortrag ein, der unter Corona-Umständen nur online stattfinden konnte. Es scheint den jungen Leuten aber trotzdem gefallen zu haben, wie der Facebook-Post des BJO zeigt:

„Die 9. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch steht bei unserer nächsten Arbeitsphase im Januar auf dem Programm! Hierfür hat Bernd Feuchtner, Präsident der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft e.V., gestern einen tollen Online-Vortrag für uns gehalten. Es ging um die geschichtliche Bedeutung der 9. Sinfonie, die verschiedenen Möglichkeiten sie zu interpretieren und um Schostakowitsch und sein Arbeiten selbst. Ein spannendes Werk, das durchaus Überraschungen bereit hält! Hoffen wir, dass wir die Sinfonie im Januar auch auf die Bühne bringen dürfen! Deutscher Musikrat“. 


Petrenko dirigiert Schostakowitschs Achte

„Wir wissen, dass Schostakowitsch in dieser „Kriegssinfonie“ nicht nur die Opfer des Nazi-Überfalls beklagt hat, sondern genauso die des Stalinterrors. Er hat über und für seine Mitmenschen ein tragisches Epos geschrieben – etwas anderes wäre in jener Horrorzeit auch gar nicht möglich gewesen. Kirill Petrenko und die Philharmoniker versuchen gar nicht erst, mit dem erhobenen Zeigefinger irgendwelche Wahrheiten zu deuten. Sie bieten lediglich all ihre Spielkultur, ihre Virtuosität und ihre Klangfülle auf, um zu zeigen, wie gut gemacht und wie schön diese Musik ist.“ Bernd Feuchtner, Präsident der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft, rezensiert auf KlassikInfo.de ein Konzert der Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko, das wegen des neuerlichen Corona-Lockdowns leider nur im Livestream zu erleben war.   


Klaviersonaten von Dmitri Schostakowitsch und Karol Rathaus

In einem denkwürdigen Konzert im Rahmenprogramm des 19. Musikwissenschaftlichen Symposiums der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft stellte der in Berlin lebende Pianist Vladimir Stoupel am 13. September 2019 in der Mendelssohn-Remise in Berlin Klavierwerke Dmitri Schostakowitschs und des polnischen Komponisten Karol Rathaus gegenüber. Mitte September bringt der in Russland geborene Pianist in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk Köln jetzt eine Doppel-CD heraus, die erneut gewichtige Klavierkompositionen der beiden Komponisten vereinigt: von Dmitri Schostakowitsch die beiden Klaviersonaten Nr.1, op 12 und Nr. 2, op 62. und von Karol Rathaus die Klaviersonaten Nr. 1, po 2 und Nr. 3, op. 20. Eine überaus reizvolle Gegenüberstellung und Neu-, bzw. Wiederentdeckung. Vladimir Stoupel schreibt im Booklett der Doppel-CD:

„Obwohl Karol Rathaus (1895-1954) und der elf Jahre jüngere Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) Zeitgenossen waren, könnten ihre Lebensläufe unterschiedlicher nicht sein. Beide stehen allerdings exemplarisch für das von Katastrophen, Vernichtung und Verfolgung geprägte 20. Jahrhundert, was eine Gegenüberstellung ihres Schaffens folgerichtig erscheinen lässt. Geboren in Tarnopol (damals Österreich-Ungarn) in einer polnisch-jüdischen Familie, beginnt Karol Rathaus schön früh zu komponieren. An der Akademie für Darstellende Kunst und Musik Wien nimmt er 1913 sein Studium auf, das jäh durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen wird: Vier Jahre lang muss er in der österreichischen Armee dienen. Als einer der Lieblingsschüler Franz Schrekers folgt er seinem Lehrer nach Berlin an die Hochschule für Musik, wo er mit seiner Ersten Sonate für Klavier c-Moll op. 2 (1920) glänzend die Aufnahmeprüfung besteht. Die Universal-Edition Wien veröffentlicht die Sonate und nimmt den jungen Komponisten gleich für 10 Jahre unter Vertrag. Damit beginnt der geradezu kometenhafte Aufstieg von Karol Rathaus, der von bedeutenden deutschen Musikkritikern als „die größte Hoffnung der Neuen Musik“ (Walter Schrenk) gefeiert wird. Im Dezember 1926 präsentiert der gerade 20-jährige Dmitri Schostakowitsch dem Leningrader Publikum seine 1. Klaviersonate op. 12. Manche Parallelen zu der 3. Sonate von Rathaus sind erstaunlich: starke, treibende Motorik, schnelle Stimmungswechsel, komplexer und extrem virtuoser Klaviersatz, Freitonalität, wilde Großstadt-Stimmung. Dazu kommen die Cluster und das Element der Groteske.“

 

Schostakowitsch und die beiden Avantgarden des 20. Jahrhunderts

Zweimal bekam Dmitri Schostakowitsch die Peitsche Stalins zu spüren, zweimal wurde ihm die Anwendung avantgardistischer Kompositionsmethoden und der Kontakt mit westlichen Komponisten verboten. „Formalismus“ und „Kosmopolitismus“ lautete 1936 und 1948 der Vorwurf gegen die sowjetischen Künstler. Wie Schostakowitsch darauf reagierte, mit Anpassung oder mit innerer Emigration, war lange umstritten. Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft hat in bisher 19 Symposien der Erforschung der Musik von Dmitri Schostakowitsch gewidmet.

Im neu erschienenen Band 12 sind die Forschungsergebnisse der beiden Symposien, die 2015 und 2017 in Berlin stattfanden, gesammelt und sich mit den vielfältigen Bezügen zwischen Schostakowitsch und den avantgardistischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts beschäftigen. Unter der Lupe geben die Kompositionen oft erstaunliche Geheimnisse preis.

 Vladimir Gurewitsch analysiert die atonalen und dodekaphonen Elemente in der Ersten Klaviersonate und deren Nähe zu Hindemith. Adelina Yefimenko findet Parallelen zwischen den ersten Sinfonien von Schostakowitsch und des Ukrainers Boris Ljatoschinski. Gottfried Eberle zeigt den biographischen roten Faden in den „Aphorismen“ samt deren Nähe zur Todesahnung des letzten Streichquartetts. Gerhard Müller erzählt von der Verbindung der Vierten Sinfonie mit der Ermordung von Maxim Gorki. 

Bernd Feuchtner verfolgt die Entwicklung der Tanztypen von der Ironie zum Sarkasmus. Olga Dombrowskaja berichtet von dem seltsamen Fall der Lieferung absichtlich „dekadenter Avantgardemusik“ für einen Film. Brigitte Kruse untersucht das Missverständnis der Darmstädter Schule gegenüber Schostakowitsch. Johannes Schild analysiert die Verwendung von Zwölftonmusik im Früh- und im Spätwerk: Schostakowitschs Zwölftonfelder sind etwas anderes als Weberns Zwölftonreihen. Elisabeth Wilson geht Schostakowitschs Beziehung zu den italienischen Avantgardisten Maderna und Nono nach. Manuel Gervink schlägt eine Brücke von Wolfgang Rihm zu Schostakowitsch. Und vieles andere.

Schostakowitsch und die beiden Avantgarden des 20. Jahrhunderts;  Schostakowitsch-Studien, Bd. 12; herausgegeben von der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft; 248 S., 32 Euro, ISBN:  978-3-95593-105-6. Erhältlich im Buchhandel oder beim Verlag


Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft intensiviert Mitgliederwerbung

 Im neuen Design präsentiert sich jetzt auch der Flyer der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft. Nach der Umgestaltung unserer Webseite, unseres Facebook-Auftritts sowie unseres Vereinssignets, wurden nun auch unsere Werbe- und Informationsmaterialien optisch aufgefrischt und inhaltlich überarbeitet. Mit Hilfe des neuen Flyers wollen wir verstärkt auf die Arbeit unserer Gesellschaft aufmerksam machen und unsere Bemühungen, neue Mitglieder und Sponsoren zu gewinnen, intensivieren.


Der Flyer enthält Informationen über Ziele und Geschichte unserer Gesellschaft, über den Vorstand und die Mitgliedschaft, über Leben und Werk von Dmitri Schostakowitsch, sowie eine Postkarte, mit der Sie die Aufnahme in unsere Gesellschaft beantragen können.

Unseren Flyer im pdf-Format zum Ausdrucken finden Sie hier  



Zu unserem News-Archiv:  2020   2019  2018   2017   2016   2015   2010 bis 2014

 

E-Mail