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Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.

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News 

Auf der Flucht: Katharina (Anja Kampe) und Sergej (Misha Didyk). Foto: Wilfried Hösl (Staatsoper München)

Erschütternde Anklage gegen männliche Gewalt 

Sie hat das Zeug zum Opernereignis des Jahres: Die Neuinszenierung von Dmitri Schostakowitschs Schicksalsoper Lady Macbeth von Mzensk, die am 28. November 2016 an der Bayerischen Staatsoper in München eine vielumjubelte Premiere feierte. Regie führt Altmeister Harry Kupfer, am Pult steht Kyrill Petrenko und in der Titelpartie brilliert erstmals die Sopranistin Anja Kampe. Das Premierenpublikum erlebte einen emotional tief bewegenden Opernabend, an dessen Ende es Standing Ovations für alle Beteiligten gab. Auch das deutschsprachige Feuilleton äußert sich überwiegend positiv, wenn nicht gar begeistert über die Neuinszenierung. Pars pro toto: Eleonore Büning, die in ihrer Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet, sie habe wie ein „hypnotisiertes Kaninchen, im Dunkeln, unter Tränen“ die Luft angehalten.

In Zeiten eines aggressiv auftrumpfenden partriarchistischen Revanchismus, der sich immer unverhohlener als antifeministische Gegenbewegung in Szene setzt, erweist sich Dmitri Schostakowitschs erschütternde Anklage gegen männliche Gewalt als geradezu beklemmend aktuell.  

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Bayerischen Staatsoper   


Hier eine Auswahl der Premierenkritiken:

  • Hysterie und Radau in der Fabrikhalle. Uwe Friedrich, Deutschlandradio Kultur
  • Vier Morde und ein Halleluja. Elmar Krekele, Welt24
  • Schostakowitschs Schocker. Marco Frei, Neue Zürcher Zeitung
  • Triumph für und mit Schostakowitsch. Oliver Schneider, DrehPunktKultur
  • „Lady Macbeth von Mzensk“. Peter Jungblut, BR-Klassik 2
  • Zutiefst berührend: „Lady Macbeth von Mzensk“ in München. Georg Rudiger, Badische Zeitung 
  • Lady Macbeth von Mzensk: Musikalisch und szenisch perfekt. Jürgen Kanold, Südwest Presse 
  • Zuversicht und neues Unheil. Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau 
  • „Lady Macbeth“ in München: Mörderisch gut. Gert Korentschnig, Kurier.at
  • „Lady Macbeth“ in München: Tut gar nicht weh. Markus Thiel, Münchener Merkur
  • Oper wie ein Film. Michaela Schabel, Klassik.com
  • Packender Krimi um skrupellose Mörderin. Bernhard Neuhoff, BR-Klassik
  • Das Herz schlägt im Orchestergraben. Juan Martin Koch, Mittelbayrische Zeitung
  • Musik der trügerischen Hoffnung. Wolf-Dieter Peter, Donaukurier
  • „Lady Macbeth von Mzensk“ ist grandioses Musiktheater. Klaus Adam, Schwäbische Zeitung 
  • Töne auf der Goldwage. Sybill Mahlke, Tagesspiegel  
  • Ein Abend für die Geschichtsbücher. Kirsten Liese, concerti.de
  • Lesen Sie auch die Zusammenfassung auf Perlentaucher.de   


Dmitri Schostakowitsch beim Bach-Fest in Leipzig (1950). Foto: Wikipedia/ Deutsche Fotothek

Versteckte Botschaften in Schostakowitschs Musik

Zwischen Dmitri Schostakowitschs 9. und 10. Sinfonie liegen Welten. Heiter-ironisch, wie ein „musikalischer Spaß“ kommt die eine daher, düster-melancholisch, grüblerisch die andere. In den acht Jahren, die zwischen der Entstehung dieser beiden, auf den ersten Blick so ungleichen Musikwerke vergingen, war viel geschehen: die Erleichterung der Menschen in der Sowjetunion über den unter ungeheuren Opfern errungenen Sieg über Hitlerdeutschland und den Faschismus war tiefer Ernüchterung gewichen, Stalins Terrorregime hatte erneut die Daumenschrauben angezogen. Über Europa, diesen durch zwei schreckliche Kriege, verbrecherische Diktaturen und wirtschaftliche Krisen so vollständig ruinierten Kontinent, hatte sich der Eiserne Vorhang gesenkt und ihn in zwei scheinbar unverrückbare Blöcke zerschnitten, die einander zunehmend feindlich gegenüberstanden. Wie kaum ein anderer Komponist reflektierte Schostakowitsch in seiner Musik die geschichtlichen Ereignisse und Entwicklungen seiner Zeit. In zwei bemerkenswerten Beiträgen für die Neue Zürcher Zeitung und BR-Klassik haben sich der Schweizer Musikwissenschaftler Jakob Knaus und der lettische Dirigent Andris Nelsons mit der 9., beziehungsweise der 10. Sinfonie Dmitri Schostakowitschs auseinandergesetzt. Während Knaus in seiner akribischen Analyse der Neunten eine sehr spezielle und überaus mutige „Widmung“ an Stalin entdeckt - in der sich der „Weiseste der Weisen“ als Esel entpuppt, reflektiert Nelsons die Zehnte im Spiegel seiner eigenen Geschichte und der seiner Familie. Und kommt zu dem Schluss: „Schostakowitsch war ein genialer Komponist, deshalb kann man seine Musik auch ohne ihre zeitgebundene Bedeutung verstehen. Zugleich kann man sie auch auf die politische Gegenwart beziehen. Wenn man das heute spielt, denkt man: Mein Gott, wie viele Parallelen gibt es zu dem, was wir erleben!“

Die vollständigen Beiträge finden Sie hier:

Andris Nelsons über Schostakowitschs Zehnte:

Jakob Knaus über das Geheimnis von Schostakowitschs 9. Sinfonie:



Schostakowitsch total in Wien 

Was auf den ersten Blick wie eine verrückte Idee anmutet und bei manchen Musikliebhabern ungläubiges Erstaunen hervorgerufen haben mag, entpuppte sich am Ende als geradezu geniale Konzertidee, die das Publikum im großen Wiener Konzerthaussaal zu wahren Jubelstürmen, sowohl für die fünf Dutzend Musiker als auch für ihren Spiritus Rector Bernard Günther hinriss. Die Rede ist von der Simultanaufführung aller 15 Streichquartette Dmitri Schostakowitschs beim Festival „Wien modern“ am Freitag, 11. November 2016. Das Ergebnis war kein diffuser Klangbrei, sondern ein intensives und überraschend poetisches Erlebnis, schwärmt Walter Weidringer in „Die Presse“. Die logistisch aufwendige Unternehmung in der langen Tradition musikalischer Collagen, die zunächst eher wie ein sportives Event wirken mochte, habe eine ungeahnte Kraft entfaltet. Lesen Sie die vollständige Rezension auf diepresse.com

Michaela Preiner beschreibt auf European Cultural News ihre Gedanken und Ideen zu diesem höchst außergewöhnlichen Konzertabend und kommt dabei zu dem Fazit, dass die Umsetzung der Idee der simultanen Aufführung ohne jeden Zweifel funktionierte. Bernhard Günther, dem neuen Intendanten von Wien Modern attestierte sie „einen scharfen, musiktheoretischen Verstand und zugleich auch einen sehr sensiblen, auditiven Hörapparat“.


Schostakowitsch-Schwerpunkt in Salzburg 

Mit einem Schostakowitsch-Schwerpunkt wartet das Programm der Salzburger Festspiele 2017 auf, das Markus Hinterhäuser, der neuer Intendant des weltweit bedeutendsten Festivals der klassischen Musik und darstellenden Kunst, unlängst vorstellte. Im Mittelpunkt steht dabei eine Neuproduktion von Dmitri Schostakowitschs großer, schicksalsträchtiger Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg mit Nina Stemme in der Titelrolle. Mariss Jansons dirigiert die Wiener Philharmoniker. Flankierend zur Oper steht im Konzertprogramm der Schwerpunkt „Zeit mit Schostakowitsch“ mit zahlreichen, exemplarischen Werken aus dem symphonischen und kammermusikalischen Schaffen des großen russischen Komponisten. So führen die Wiener Philharmoniker unter Andris Nelsons die Symphonie Nr. 7 C-Dur (Leningrader), die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle die Symphonien Nr. 1 f-Moll und 15 A-Dur und das West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim das Konzert für Klavier, Trompeter und Streichorchester c-Moll auf (Solisten: Martha Argerich und Bassam Mussad). Bei den Kammermusikkonzerten stich vor allem die Aufführung der 24 Präludien und Fugen op. 87 durch Igor Levit hervor. Daneben geraten die Streichquartette Nr. 8 und Nr. 15 (Hagen Quartett), die Violinsonate (Christian Tetzlaff und Leif Ove Andsnes), die Stücke „Dante“, „Tod“ und „Nacht“ aus der Suite auf Verse von Michelangelo op. 145 (Matthias Goerne, Daniil Trifonov), sowie die Bearbeitung der Symphonie Nr. 15 für Kammermusikensemble zur Aufführung. Die Salzburger Festspiele 2017 finden vom 21. Juli bis 30. August 2017 statt. 

Zur Homepage der Salzburger Festspiele  

Der Schostakowitsch-Schwerpunkt mit allen Terminen als pdf-Download       



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Termine 


22. bis 25. Juni 2017

VIII. Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch 


15./16. September 2017

XVIII. Musikwissenschaftliches Symposium 

Tagungsort: Berlin

Thema: Schostakowitsch und die zweite Avantgarde


Aufführungen von Werken Dmitri Schostakowitschs

Eine ausführliche und ständig aktualisierte Terminliste von Aufführungen der Werke Dmitri Schostakowitschs finden Sie beim Musikverlag Sikorski   



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