Willkommen auf unserer Webseite!

Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.

Hier finden Sie Informationen über den Komponisten und seine Musik, sowie über die Gesellschaft und ihre Aktivitäten, und Sie können auch Ihre Fragen stellen und Meinungen äußern. Bei uns finden Sie Musikspezialisten und viele Freunde, die die Zuneigung zu Schostakowitsch und seiner Musikwelt zusammengeführt hat. 

  • Wenn Sie auch Schostakowitsch und seine Musik lieben, werden Sie Mitglied! Wir freuen uns auf Sie! Sprechen Sie uns an: Info@Schostakowitsch.de


 


News 

Dmitri Schostakowitsch © Foto: Association internationale Dimitri Chostakovitch Paris


8. Schostakowitsch Tage Gohrisch mit vier Uraufführungen

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde das Programm der 8. Internationalen Schostakowitsch Tage vorgestellt, die vom 23. bis 25. Juni 2017 in Kurort Gohrisch (Sächsische Schweiz) stattfinden werden. Im Fokus stehen dabei neben Dmitri Schostakowitsch die Werke von zwei weiteren Komponisten: Mieczysław Weinberg und Sofia Gubaidulina. Das Programm hält eine Deutsche Erstaufführung und gleich vier Uraufführungen bereit.

Sofia Gubaidulina © Foto: Sikorski Verlag

Von Sofia Gubaidulina, die in der laufenden Saison bereits zum zweiten Mal als Capell-Compositrice der Sächsischen Staatskapelle Dresden amtiert, wird das Ensemblewerk „Die Pilger“ (2014) zur deutschen Erstaufführung gelangen; außerdem wird ihr neuestes Kammermusikwerk „Einfaches Gebet“, das sich an ihr 2016 in Dresden erstaufgeführtes Oratorium „Über Liebe und Hass“ anlehnt, in seiner deutschsprachigen Fassung in Gohrisch seine Uraufführung erleben. Auch Mieczysław Weinbergs Largo für Violine und Klavier sowie seine zweite Kammersymphonie op. 147 in der viersätzigen Fassung werden in Gohrisch erstmals öffentlich aufgeführt.

Eine Sensation ist die Uraufführung eines bislang unbekannten Werkes von Dmitri Schostakowitsch: Unter der Leitung von Thomas Sanderling wird ein Kammerorchester aus Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle Dresden drei Fragmente, die nicht in die finale Version der Oper Die Nase op. 15 aufgenommen wurden, in der Gohrischer Konzertscheune aus der Taufe heben. Die Zwischenspiele wurden nicht in der Leningrader Uraufführung der Oper (1930) berücksichtigt und sind demzufolge bislang nie im Druck erschienen. Durch den Komponisten und Präsidenten der Deutschen Schostakowitsch-Gesellschaft Krzysztof Meyer wurde Thomas Sanderling auf das Manuskript aufmerksam, dessen Uraufführung ihm daraufhin Schostakowitschs Witwe Irina Antonowna anvertraute.

Tobias Niederschlag, Künstlerischer Leiter der Schostakowitsch Tage: „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass Thomas Sanderling diese späte Schostakowitsch-Uraufführung bei unserem Festival in Gohrisch dirigieren wird. Zum ersten Mal wird damit an dem Ort, an dem Schostakowitsch sein achtes Streichquartett komponierte, auch ein ‚neues‘ Werk von ihm erstmals überhaupt zu hören sein.“

Mieczysław Weinberg © Foto: Internationale Weinberg Gesellschaft

Auch 2017 wird das Festival künstlerisch maßgeblich von der Sächsischen Staatskapelle Dresden ausgerichtet. Daneben musizieren viele namhafte Gastkünstler, die allesamt zum ersten Mal in Gohrisch zu erleben sein werden: Neben dem Dirigenten Thomas Sanderling sind dies die Pianisten Viktoria Postnikova, Alexander Melnikov, Elisaveta Blumina und José Gallardo, die Geiger Linus Roth und Dmitry Sitkovetsky, der Cellist Emil Rovner und das Raschèr Saxophone Quartet. Alexander Melnikov wird in zwei Konzerten sämtliche Präludien und Fugen op. 87 von Schostakowitsch zur Aufführung bringen; den epochalen Klavierzyklus schrieb der Komponist 1950/51 nach seinem Besuch des Internationalen Bach-Wettbewerbes in Leipzig. Im Rahmen einer Kammermatinee wird die Komponistin Sofia Gubaidulina am 25. Juni 2017 mit dem 8. Internationalen Schostakowitsch Preis Gohrisch ausgezeichnet.

Erstmals findet in diesem Jahr am Vorabend der Schostakowitsch Tage ein Sonderkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden in der Semperoper statt. Dirigentenlegende Gennady Rozhdestvensky leitet in diesem Konzert die erste und die letzte Symphonie von Schostakowitsch; damit findet erstmals auch die groß besetzte Symphonik des Komponisten Eingang in das Festivalprogramm.

Die Programmbroschüre als Download finden Sie hier


Von beklemmender Aktualität

Endlich, ein Jahr nach dem englischen Original, ist Julian Barnes großartiger Schostakowitsch-Roman „Der Lärm der Zeit“ auf Deutsch erschienen. Der britische Erfolgsautor, der im vergangenen Jahr für sein Lebenswerk mit dem begehrten Siegfried-Lenz-Preis ausgezeichnet wurde, setzt sich in seinem neuen Werk ebenso kenntnisreich wie einfühlsam mit dem Leben des großen russischen Komponisten auseinander. 

Die Fragen, die er dabei aufwirft, sind - wie immer, wenn es um Schostakowitsch geht -  existenziell: Wie steht es um moralische Integrität, um persönlichen Mut und menschliche Aufrichtigkeit, um künstlerische Wahrhaftigkeit in einer von staatlicher Repression und um sich greifender Niedertracht vergifteten Wirklichkeit? Tiefdunkle, längst überwundene, gleichsam abgehakte Vergangenheit? Mitnichten! In einer Zeit, in der einmal mehr viele Künstler, Intellektuelle, Journalisten, Andersdenkende von egomanischen Autokraten und nach Macht gierenden Populisten mit beängstigender Aggressivität als „Feinde des Volkes“ denunziert werden, ist Barnes biografischer Künstlerroman von geradezu beklemmender Aktualität. Eine ausführliche Besprechung dieses bemerkenswerten Buches finden Sie hier:

Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hat eine Leseprobe ins Netz gestellt:

Das deutschsprachige Feuilleton hat sich bereits ausführlich mit der Neuerscheinung beschäftigt. Eine kleine Auswahl der wichtigsten Beiträge:

Rezension von Martin Halter in der Badischen Zeitung

Rezension von Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung

Rezension von Werner Theurich auf Spiegel Online

Rezension von Marco Frei in der Neuen Zürcher Zeitung

Rezension von Michael Maar auf Zeit online

Interview mit Julian Barnes auf Welt.de

Rezension von Beat Mazenauer auf Literaturkritik.de

Rezension von Wolfgang Schneider in Der Tagesspiegel

Rezension von Martin Oehlen in der Frankfurter Rundschau


75 Jahre „Leningrader Symphonie“

Inmitten des von den Deutschen belagerten Leningrads schrieb Dmitri Schostakowitsch ein patriotisches Meisterwerk gegen Krieg, Terror und Gewalt: die „Leningrader Symphonie“. Vor 75 Jahren, am 5. März 1942, wurde sie in Kuibyschew, dem heutigen Samara, vom Orchester des Bolschoi Theaters Moskau unter der Leitung von Samuil Samosud uraufgeführt - und bald darauf zum Welterfolg. Dass Schostakowitschs Siebte weit mehr ist, als nur ein tönendes Stück Zeitgeschichte, sondern eine engagiert-mutige Anklage gegen jede Art von Totalitarismus und dazu ein fesselndes, die Zuhörer auch heute noch zutiefst berührendes Kunstwerk, haben gerade in jüngster Zeit eine ganze Reihe exemplarischer Aufführungen und Einspielungen gezeigt. Thomas Hartmann und Thomas Zenke würdigen die „Leningrader“ auf MDR Kultur und im Deutschlandfunk.     




Schostakowitsch-Schwerpunkt in Salzburg 

Mit einem Schostakowitsch-Schwerpunkt wartet das Programm der Salzburger Festspiele 2017 auf, das Markus Hinterhäuser, der neuer Intendant des weltweit bedeutendsten Festivals der klassischen Musik und darstellenden Kunst, unlängst vorstellte. Im Mittelpunkt steht dabei eine Neuproduktion von Dmitri Schostakowitschs großer, schicksalsträchtiger Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg mit Nina Stemme in der Titelrolle. Mariss Jansons dirigiert die Wiener Philharmoniker. Flankierend zur Oper steht im Konzertprogramm der Schwerpunkt „Zeit mit Schostakowitsch“ mit zahlreichen, exemplarischen Werken aus dem symphonischen und kammermusikalischen Schaffen des großen russischen Komponisten. So führen die Wiener Philharmoniker unter Andris Nelsons die Symphonie Nr. 7 C-Dur (Leningrader), die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle die Symphonien Nr. 1 f-Moll und 15 A-Dur und das West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim das Konzert für Klavier, Trompeter und Streichorchester c-Moll auf (Solisten: Martha Argerich und Bassam Mussad). Bei den Kammermusikkonzerten stich vor allem die Aufführung der 24 Präludien und Fugen op. 87 durch Igor Levit hervor. Daneben geraten die Streichquartette Nr. 8 und Nr. 15 (Hagen Quartett), die Violinsonate (Christian Tetzlaff und Leif Ove Andsnes), die Stücke „Dante“, „Tod“ und „Nacht“ aus der Suite auf Verse von Michelangelo op. 145 (Matthias Goerne, Daniil Trifonov), sowie die Bearbeitung der Symphonie Nr. 15 für Kammermusikensemble zur Aufführung. Die Salzburger Festspiele 2017 finden vom 21. Juli bis 30. August 2017 statt. 

Zur Homepage der Salzburger Festspiele  

Der Schostakowitsch-Schwerpunkt mit allen Terminen als pdf-Download      



Schostakowitsch-Sonderpreis 2017 in Berlin verliehen

Große und kleine Talente konnte man beim traditionellen Schostakowitsch-Wettbewerb der gleichnamigen Musikschule in Berlin-Lichtenberg bewundern, der zum siebten Mal viele Interessierte in das Oskar-Ziethen-Bildungszentrum lockte. Die Ergebnisse zeigen, auf welch gutem Niveau der Unterricht an der bezirklichen Musikschule stattfindet. Zwölf der 87 Teilnehmer der Kategorien Klavier, Gitarre und Bläser im Alter zwischen sieben und 23 Jahren nahmen mit ausgezeichnetem Erfolg teil und wurden mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Auf dem Preisträgerkonzert am 22. März im Kulturhaus Karlshorst, das Bezirksstadträtin Katrin Framke eröffnete, präsentierten die Besten Ausschnitte aus ihrem Wettbewerbsprogramm und erhielten von einem begeisterten Publikum viel Applaus.

Für die gelungenste Interpretation eines Werkes von Dmitri Schostakowitsch, dem Namenspatron der Musikschule, erhielten der zwölfjährige Max Winklmeier (Saxophon), der ebenfalls zwölfjährige Lando Schwarze und die vierzehnjährige Mirijam Stitz (beide Klavier) den zusätzlich ausgelobten Schostakowitsch-Sonderpreis 2017, der von der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft e.V. gestiftet wurde. Die Preise übergab der Vizepräsident der Gesellschaft, Gottfried Eberle. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Musikschule:


Die Preisträger des Schostakowitsch-Wettbewerbs 2017 der Musikschule in Berlin-Lichtenberg. Ganz links Schulleiter Olaf Hengst, daneben Gottfried Eberle, Vizepräsident der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft e.V. Foto: Bezirksamt Berlin-Lichtenberg


zu unserem News-Archiv  

2017    2016     2015

 2010 - 2014



082936

Termine 

22. bis 25. Juni 2017

VIII. Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch


15./16. September 2017

XVIII. Musikwissenschaftliches Symposium 

Tagungsort: Berlin

Thema: Schostakowitsch und die zweite Avantgarde


Aufführungen von Werken Dmitri Schostakowitschs

Eine ausführliche und ständig aktualisierte Terminliste von Aufführungen der Werke Dmitri Schostakowitschs finden Sie beim Musikverlag Sikorski   




Bitte beachten Sie auch unsere Sponsoren