Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e.V.

Dmitri Schostakowitsch, 12. September 1906   9. August 1975


Willkommen auf unserer Webseite!

Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des künstlerischen Werkes von Dmitri Schostakowitsch.

Hier finden Sie Informationen über den Komponisten und seine Musik, sowie über die Gesellschaft und ihre Aktivitäten, und Sie können auch Ihre Fragen stellen und Meinungen äußern. Bei uns finden Sie Musikspezialisten und viele Freunde, die die Zuneigung zu Schostakowitsch und seiner Musikwelt zusammengeführt hat. 

  • Wenn Sie auch Schostakowitsch und seine Musik lieben, werden Sie Mitglied! Wir freuen uns auf Sie! Sprechen Sie uns an: Info@Schostakowitsch.de. Weitere Informationen zur Mitgliedschaft finden Sie hier


News 

11. Schostakowitsch Tage Gohrisch 2020 mit Schwerpunkt Schostakowitsch und Beethoven

Schostakowitsch mit Beethoven-Büste in seinem Moskauer Arbeitszimmer im Jahr 1968. © DSCH Publishers Moscow

Trotz der aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise bleiben die Internationalen Schostakowitsch Tage optimistisch und veröffentlichen das Programm ihres 11. Jahrgangs. Das Festival findet in diesem Jahr vom 2. bis 5. Juli statt und wird damit wieder vier Tage dauern. Am Vorabend, dem 1. Juli 2020, läutet die Sächsische Staatskapelle Dresden – das Patenorchester der Schostakowitsch-Tage – das Festival mit einem Sonderkonzert im Dresdner Kulturpalast ein.

Im Beethoven-Jahr 2020 steht neben der Musik Dmitri Schostakowitschs auch die des Jubilars Ludwig van Beethoven im Fokus. Für Schostakowitsch war Beethoven zeitlebens ein prägendes Vorbild, bis zuletzt studierte er dessen Klaviermusik und die späten Streichquartette. Der musikalische Humanismus in Beethovens Symphonien bot Schostakowitsch Orientierung für sein eigenes Schaffen, das häufig unter Repressalien und in Zeiten großer Hoffnungslosigkeit entstand. In Gohrisch erklingen Werke wie die späten Streichquartette op. 131 und 132, ebenso die Klaviersonate „Pathétique“ und die „Kreutzersonate“ – allesamt Kompositionen, die Schostakowitsch außerordentlich schätzte und im Unterricht immer wieder als bedeutende Vorbilder heranzog. 1921/22, während seiner eigenen Studienzeit bei Maximilian Steinberg, orchestrierte er den langsamen Satz der „Pathétique“ für Streichorchester. Diese Fassung wird in Gohrisch zum ersten Mal öffentlich zu hören sein.

Es ist nur eine von insgesamt zehn Uraufführungen von Werken Schostakowitschs, die beim diesjährigen Festival erklingen werden. Neben der Streichorchesterbearbeitung stehen acht kurze Klavierstücke auf dem Programm, die der Teenager Schostakowitsch zwischen 1918 und 1920 komponierte und die bislang nie öffentlich aufgeführt wurden. Außerdem hält das Programm eine Uraufführung aus Schostakowitschs Reifezeit bereit: ein Präludium, das ursprünglich für die Präludien und Fugen op. 87 (1950/51) entstand, das Schostakowitsch aber letztlich nicht in den Zyklus aufgenommen hat. Der Komponist und Schostakowitsch-Freund Krzysztof Meyer hat das Stück, bei dem einige Takte fehlten, im Auftrag von Schostakowitschs Witwe Irina zu Ende komponiert und um eine eigene Fuge ergänzt.

Für die Uraufführungen konnten zwei herausragende Pianisten gewonnen werden: Dmitry Masleev, der Ge-winner des Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerbs 2015 (Klavierstücke aus den Jahren 1918-1920) und Yulianna Avdeeva (Präludium und Fuge cis-Moll o. op.), Gewinnerin des Warschauer Chopin-Wettbewerbs 2010.

Der Internationale Schostakowitsch Preis Gohrisch wird deshalb 2020 an die russische Musikwissenschaftlerin Olga Digonskaya verliehen. Die leitende Archivarin des Moskauer Schostakowitsch-Archivs hat in den vergangenen Jahren über 300 unbekannte Schostakowitsch-Manuskripte ausfindig gemacht und den Schostakowitsch-Tagen immer wieder Novitäten zur Uraufführung anvertraut. Sie nimmt den Preis im Rahmen eines der Klavierrezitals in Gohrisch persönlich entgegen.

Weitere Informationen und Tickets auf der Webseite der Schostakowitsch Tage Gohrisch:

Die Festival-Broschüre mit dem ausführlichen Programm der 11. Schostakowitsch Tage Gohrisch als Download:  


Festival für neue Musik veranstaltet Online-Kompositionskurs

Das Zentrum für zeitgenössische Musik in Sankt Petersburg «reMusik.org» veranstaltet sein VII. Internationales Festival für neue Musik in St. Petersburg. Wegen der Coronavirus-Pandemie findet es vom 25. Mai bis 1. Juni 2020 als Online-Festival statt. International renommierte Orchester und Musikgruppen wie das Sankt Petersburg State Symphony Orchestra (Russland), Les Percussions de Strasbourg (Frankreich), Adapter (Deutschland), Lemniscate (Schweiz), das Moskauer Ensemble für zeitgenössische Musik (Russland) und das Trio SÆTENWIND (Schweiz) werden daran teilnehmen.

Im Rahmen des Festivals 2020 bietet reMusik.org einen Online-Kompositionskurs an, der vom 21. Mai bis 1. Juni 2020 stattfindet. Der Kompositionskurs bietet den Teilnehmern Zugang zu angesehenen Komponisten, Online-Kompositionsstunden und Live-Stream-Vorlesungen und bietet jedem Teilnehmer ausreichend Zeit, um in einer entspannten Arbeitsumgebung zu Hause zu komponieren und Live-Streams, virtuelle Konzerte und andere Veranstaltungen des Festivals zu genießen.

Während der 10 Tage haben die Teilnehmer mindestens Einzelunterricht bei den drei Tutoren. Jeder Teilnehmer kann die Vorbereitung seiner eigenen Arbeit von Anfang an bis zur Online-Konzertaufführung oder interaktiven Online-Präsentation überwachen, die Kompositions- und Ausführungsaspekte seiner Arbeit mit den Tutoren und den Direktoren des Ensembles besprechen  und auch persönlichen Kontakt mit den aufführenden Instrumentalisten aufnehmen.

Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie auf der Webseite des Veranstalters   


Kein Schostakowitsch in Bayreuth: Wagner-Festspiele 2020 wegen Corona-Pandemie abgesagt 

Infolge der Corona-Krise wurden die Bayreuther Festspiele 2020 abgesagt. Damit entfällt auch die an dieser Stelle angekündigte und für den 24. Juli 2020 geplante erstmalige Aufführung einer Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch im Bayreuther Festspielhaus. Am Vorabend der Eröffnung  Richard-Wagner-Festspiele wollte  das Bundesjugendorchester unter der Leitung von Christian Thielemann Schostakowitschs Sinfonie Nr. 13 op. 113 („Babi Yar“) für  Bass, Basschor und Orchester spielen. 


19. Musikwissenschaftliches Symposium: Eine rundum gelungene Veranstaltung 

Kaum ein Komponist des 20. Jahrhunderts steht derart beständig im Zentrum des Interesses einer kunstaffinen Öffentlichkeit wie Dmitri Schostakowitsch. Dies zeigte sich einmal mehr beim mittlerweile 19. Musikwissenschaftlichen Symposium der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft, das Mitte September 2019 in den Räumen der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Berlin stattfand und das sich dem Thema „Schostakowitsch-Rezeption im 21. Jahrhundert“ widmete. Insgesamt 18 Referentinnen und Referenten – Musikwissenschaftler und Schostakowitsch-Experten – aus dem In- und Ausland beleuchteten die Thematik nicht nur aus den verschiedensten Blickwinkeln, sondern hatten mit der Qualität ihrer Beiträge auch wesentlichen Anteil am Ertrag einer Veranstaltung, die der langjährige Symposiumsleiter Gottfried Eberle abschließend als „absoluten Höhepunkt in der Reihe der bisherigen Symposien“ bezeichnete. Ein Kompliment, das nicht nur den Vortragenden und seinem Nachfolger als Cheforganisator der Symposien Prof. Dr. Ronald Freytag galt, sondern dem gesamten, im vergangenen Jahr neugebildeten Vorstand der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft, der die erste Nagelprobe seiner Arbeit erfolgreich bestanden hat. 


Schostakowitsch und die beiden Avantgarden des 20. Jahrhunderts

Zweimal bekam Dmitri Schostakowitsch die Peitsche Stalins zu spüren, zweimal wurde ihm die Anwendung avantgardistischer Kompositionsmethoden und der Kontakt mit westlichen Komponisten verboten. „Formalismus“ und „Kosmopolitismus“ lautete 1936 und 1948 der Vorwurf gegen die sowjetischen Künstler. Wie Schostakowitsch darauf reagierte, mit Anpassung oder mit innerer Emigration, war lange umstritten. Die Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft hat in bisher 19 Symposien der Erforschung der Musik von Dmitri Schostakowitsch gewidmet.

 Im soeben erschienenen Band 12 sind die Forschungsergebnisse der beiden Symposien, die 2015 und 2017 in Berlin stattfanden, gesammelt und sich mit den vielfältigen Bezügen zwischen Schostakowitsch und den avantgardistischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts beschäftigen. Unter der Lupe geben die Kompositionen oft erstaunliche Geheimnisse preis.

 Vladimir Gurewitsch analysiert die atonalen und dodekaphonen Elemente in der Ersten Klaviersonate und deren Nähe zu Hindemith. Adelina Yefimenko findet Parallelen zwischen den ersten Sinfonien von Schostakowitsch und des Ukrainers Boris Ljatoschinski. Gottfried Eberle zeigt den biographischen roten Faden in den „Aphorismen“ samt deren Nähe zur Todesahnung des letzten Streichquartetts. Gerhard Müller erzählt von der Verbindung der Vierten Sinfonie mit der Ermordung von Maxim Gorki. 

Bernd Feuchtner verfolgt die Entwicklung der Tanztypen von der Ironie zum Sarkasmus. Olga Dombrowskaja berichtet von dem seltsamen Fall der Lieferung absichtlich „dekadenter Avantgardemusik“ für einen Film. Brigitte Kruse untersucht das Missverständnis der Darmstädter Schule gegenüber Schostakowitsch. Johannes Schild analysiert die Verwendung von Zwölftonmusik im Früh- und im Spätwerk: Schostakowitschs Zwölftonfelder sind etwas anderes als Weberns Zwölftonreihen. Elisabeth Wilson geht Schostakowitschs Beziehung zu den italienischen Avantgardisten Maderna und Nono nach. Manuel Gervink schlägt eine Brücke von Wolfgang Rihm zu Schostakowitsch. Und vieles andere.

Schostakowitsch und die beiden Avantgarden des 20. Jahrhunderts;  Schostakowitsch-Studien, Bd. 12; herausgegeben von der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft; 248 S., 32 Euro, ISBN:  978-3-95593-105-6. Erhältlich im Buchhandel oder beim Verlag


Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft intensiviert Mitgliederwerbung

 Im neuen Design präsentiert sich jetzt auch der Flyer der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft. Nach der Umgestaltung unserer Webseite, unseres Facebook-Auftritts sowie unseres Vereinssignets, wurden nun auch unsere Werbe- und Informationsmaterialien optisch aufgefrischt und inhaltlich überarbeitet. Mit Hilfe des neuen Flyers wollen wir verstärkt auf die Arbeit unserer Gesellschaft aufmerksam machen und unsere Bemühungen, neue Mitglieder und Sponsoren zu gewinnen, intensivieren.


Der Flyer enthält Informationen über Ziele und Geschichte unserer Gesellschaft, über den Vorstand und die Mitgliedschaft, über Leben und Werk von Dmitri Schostakowitsch, sowie eine Postkarte, mit der Sie die Aufnahme in unsere Gesellschaft beantragen können.

Unseren Flyer im pdf-Format zum Ausdrucken finden Sie hier  



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