Deutsche Schostakowitsch Gesellschaft e.V.

Dmitri Schostakowitsch, 12. September 1906   9. August 1975

Nachrichten aus dem Jahr 2019

ausscheidende VorstandsmitgliederHaben sich um Schostakowitsch verdient gemacht: Krzysztof Meyer, Annette Salmon, Gisela Hackstein und Gottfried Eberle (von links). Foto: Schiedel


Neuer Präsident: Bernd Feuchtner folgt auf Krzysztof Meyer

Zum neuen Präsidenten der Deutschen Schostakowitsch-Gesellschaft e.V. wurde in Berlin der Publizist Bernd Feuchtner gewählt. Er löst den Komponisten Krzysztof Meyer ab, der die Gesellschaft seit 2009 leitete und nicht mehr kandidierte. Dem neuen Vorstand gehören außerdem an Elisabeth von Leliwa (Vizepräsidentin, Finanzen), Ronald Freytag (Vizepräsident, Symposien), Reimar Westendorf (Schriftführer) und Karlheinz Schiedel (Beisitzer). Feuchtner dankte den ausscheidenden Vorstandmitgliedern - Krzysztof Meyer, Annette Salmon, Gottfried Eberle und Gisela Hackstein – für ihre langjährige, überaus engagierte Arbeit. Ronald Freytag schloss sich ihm an und überreichte als kleine Aufmerksamkeit Rotwein und ein Buchpräsent. In einer kurzen Antrittsrede bekundete Bernd Feuchtner, dass er sich auf seine neue Aufgabe sehr freue. Längst habe sich Schostakowitsch im Konzertleben einen festen Platz erobert. Anders sehe es aber beispielsweise in der musikwissenschaftlichen Forschung aus. Hier gebe es durchaus noch einiges zu tun. Er könnte sich vorstellen, die alle zwei Jahre stattfindenden musikwissenschaftlichen Symposien im Zusammenspiel mit Konzertreihen (z.B. mit den noch viel zu wenig beachteten Liederzyklen Schostakowitschs) zu konzipieren.

Der scheidende Präsident Krzysztof Meyer bedankte sich bei seinen Vorstandskollegen für die hervorragende und stets vertrauensvolle Zusammenarbeit und hob dabei insbesondere die Leistungen der langjährigen Geschäftsführerin Annette Salmon hervor, die ihm in allem eine unersetzliche Hilfe gewesen sein.  

Eine Übersicht des neuen Vorstands der Deutschen Schostakowitsch Gesellschaft e.V.  mit Kurzportraits seiner Mitglieder finden Sie hier:  



Die großen Drei: Igor Strawinsky, Sergej Prokofjew und Dmitri Schostakowitsch Fotos: wikipedia.org


Gohrisch 2019: Die großen Drei zum Jubiläum

Die Schostakowitsch Tage Gohrisch, das nach wie vor einzige regelmäßig stattfindende Schostakowitsch-Festival weltweit, feiert 2019 ein bemerkenswertes Jubiläum. Zum bereits zehnten Mal laden Tobias Niederschlag und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter die Freunde der Musik von Dmitri Schostakowitsch in den beschaulichen Kurort in der Sächsischen Schweiz ein, dort wo der große Russe 1960 eines seiner bedeutendsten kammermusikalischen Werke, das autobiografisch grundierte achte Streichquartett komponiert hat. Programmatisch werden im Jubiläumsjahr die drei bedeutendsten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt stehen: Dmitri Schostakowitsch, Sergej Prokofjew und Igor Strawinsky. „Es wird spannend sein, Werke dieser drei Giganten in direkter Gegenüberstellung zu hören. Dabei wird es auch Neues zu entdecken geben – wer kennt schon die Kammermusik von Prokofjew oder Strawinsky?“, schreibt Festivalleiter Niederschlag in einem Rundbrief. Und auch Ungehörtes von Schostakowitsch wird – wie schon in den Vorjahren – wieder in der Konzertscheune in Gohrisch zu hören sein. Aus Anlass des Jubiläums wird das Festival um einen Tag verlängert. Es findet vom 20. bis 23 Juni 2019 statt und auch diesmal lädt die Sächsische Staatskapelle am Vorabend zu einem Sonderkonzert nach Dresden ein. Das detaillierte Programm wird voraussichtlich Anfang März veröffentlicht. Weitere Informationen, auch über den Vorverkauf, finden Sie auf der Webseite der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch.   


Ein „Kind der spätsowjetischen Ära“ 

Andris Nelsons. Foto: © Marco Borggreve

Bei der diesjährigen zehnten Ausgabe der Internationalen Schostakowitsch Tage in Gohrisch (Sächsische Schweiz) wird der Dirigent Andris Nelsons mit dem 10. Internationalen Schostakowitsch Preis Gohrisch ausgezeichnet. Er nimmt den undotierten Preis am 23. Juni 2019 in der Gohrischer Konzertscheune persönlich entgegen.

Der gebürtige Lette ist einer der gefragtesten Maestri der Gegenwart. Als Gewandhauskapellmeister in Leipzig und Music Director des Boston Symphony Orchestra hat er derzeit zwei der renommiertesten Positionen im internationalen Musikleben inne. Geboren 1978 in Riga, bezeichnet sich Andris Nelsons selbst als ein „Kind der spätsowjetischen Ära“, in der er mit der Musik von Schostakowitsch förmlich aufwuchs. Später erhielt er wichtige Impulse aus erster Hand von seinem Mentor Mariss Jansons. Erst vor wenigen Tagen wurde Andris Nelsons für seine Einspielung von Schostakowitschs Symphonien Nr. 4 und 11 mit dem Boston Symphony Orchestra mit zwei Grammy Awards ausgezeichnet. Es ist nach 2017 und 2018 die dritte Grammy-Auszeichnung in Folge für die zyklische Gesamteinspielung der Schostakowitsch-Symphonien bei der Deutschen Grammophon, die damit schon jetzt als ein diskographischer Meilenstein gilt. Ende Februar erschien eine weitere Doppel-CD mit den Symphonien Nr. 6 und 7, sowie der Schauspielspielmusik zu „King Lear“ und die „Festliche Ouvertüre“. 

Andris Nelsons, der zurzeit in Boston weilt, zeigte sich hocherfreut über die Ehrung mit dem Gohrischer Preis: „Schostakowitschs Musik ist tief in meinem Herzen verwurzelt. Ihre Emotionalität ist von zeitloser Gültigkeit, und ich wünsche mir, dass sie das Publikum genauso erreicht wie mich. Ich finde es großartig, was zu Ehren Schostakowitschs in Gohrisch entstanden ist und freue mich sehr, den Preis an diesem besonderen Ort entgegennehmen zu dürfen.“ 

„Andris Nelsons ist ein Künstler, der die menschlichen Aspekte der Musik Schostakowitschs in die heutige Zeit überträgt“, begründet der Künstlerische Leiter der Schostakowitsch Tage, Tobias Niederschlag, die Entscheidung. „Die schonungslose Intensität seines Musizierens ist ansteckend und berührend zugleich. Andris Nelsons lässt uns immer wieder miterleben, wie aktuell die Musik Schostakowitschs heute noch ist.“


Zurück zur Übersicht

E-Mail